Schloss Solitude / Stuttgart / blind [date

blind [date

Buchobjekt / Raum-Klang-Installation,
mit Surround-System auf Audio-CD codiert
Auflage 500

Audio-CD: Teil A 21.36 / Teil B 19.04 Minuten
Hardcover mit Schraubverschluss, 140 x 140 mm
16 Seiten, Texte der beteiligten Künstler*innen
Zwei Partituren auf achtseitigen Leporellos
[movement of sounds in time & space / artist dates]

Copyright: Gerald Christ / beteiligte Künster*innen
[Liste der KünstlerInnen: Ende der Doku]

 

Klanggewebe auf Schloss Solitude

Folgendes Bild läßt sich von der Stellung des Menschen in der Gesellschaft oder von der Gesellschaft als einem Gefüge von Menschen entwerfen: ein Informationen speicherndes und Informationen erzeugendes Gewebe. Vilem Flusser, »Lob der Oberflächlichkeit«, 1993

Das Modell eines von Informationen pulsierenden Gewebes, in dem sich verschiedene Spra­chen, Klänge und Vorstellungen an einem bestimmten Ort innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens begegnen, läßt sich im wesentlichen auf blind [date übertragen. Da Kommunikation in all ihren Formen unsere Vorstellung von Wirklichkeit prägt, und deren Beschaffenheit zunehmend von den Massenkommunikatoren der elektronisch-digitalen Medien abhängt, liegt der Gedanke nicht fern, nach alternativen Kommunikationsformen zu suchen. Alltägliche und künstlerische Äußerungen von Individuen innerhalb des zuvor beschriebenen Rahmens aufzuzeichnen und zu einer komplexen »Schein-Situation« zu verweben, ist eine mögliche Form. blind [date wird in anderen Modellen seine Fortsetzung finden.

Gerald Christ

  • Fotos: Joerg Frank