berlin / 2013 / silence / ausstellung

SILENCE #1, #2 – The Japanese Series

Zufällige Momentaufnahmen erkunden in der Series #1 den öffentlichen Schlaf, weil Tokio anders schläft. INEMURI, zu Deutsch etwa „anwesend schlafen“ bezeichnet das Schlafen in Japan in der Öffentlichkeit.

In der seriell angelegten Arbeit gelingt es Gerald Christ den Moment des sich „Entziehens“ und des Rückzuges abzubilden. Anders als bei Michael Wolf oder auch bei Kai Uwe Gundlach interessiert er sich nicht nur für die ritualisierte und die zum Teil unmenschliche Situation der japanischen Großstadtbevölkerung in einem bestimmten öffentlichen Kontext. Christ er-löst sie aus diesem realen Raum, indem er dahinter blickt und verführt den Betrachter auf diese Weise ins Unkontrollierte. In den großformatigen Fotografien von Gerald Christ spürt er das Spannungsfeld zwischen zufälliger Nähe und dem hier und dort. Unser Blick bewegt sich hinter die geschlossenen Augenlider – der Freiheit mit geschlossenen Augen.

Harald Theiss, Kunsthistoriker und freier Kurator

 

fotografien (dokumentation): stefan berg / gerald christ